Rückblende 01/2026


Konzert | Dienstag, 27.1.2026, 19:00 Uhr
Friedenskirche Fedderwardergroden
Krieg und Frieden

Ein Abend mit Musik für Bläser und literarischen Texten anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Mitwirkende:
Posaunenchor Jever und Bläserkreis Wilhelmshaven, Leitung Klaus Wedel
Klaus Eldert Müller, Orgel
Jürgen Westerhoff, Leser

Die Kulturkirche nahm die 81. Wiederkehr der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau (seit 2005 Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust) zum Anlass, sich mit Musikstücken für Bläser und literarischen Texten (zumeist Lyrik) mit dem seit ewigen Zeiten aktuellen Thema Krieg und Frieden zu beschäftigen.
Die historische Spannweite, die die Veranstaltung berührte, ist riesig: Sie erstreckte sich über acht Stationen vom Dreißigjährigen Krieg bis hin zum Überfall Russlands auf und den Krieg gegen die Ukraine, der jetzt fast vier Jahre andauert.
Musik- und Textbeiträge zu den einzelnen Stationen wechselten sich ab, genauso bekannte mit unbekannten Werken.

Am Anfang und am Ende des Abends stand die Bitte um Frieden – von den Bläsern in eindringlichen Sätzen und abschließend von allen Besucherinnen und Besuchern im Kanon formuliert.


Konzert | Sonntag, 25.1.2026, 17:00 Uhr
St. Martin Voslapp
Ein Abend mit Robert Burns

Marc Stünkel: Gitarre und Gesang
Volker Pirsich: Lesung/Rezitation

Robert Burns (1759-1796) ist einer der berühmtesten und am meisten gefeierten Schotten und mit dem ihm zeitlich nachfolgenden Walter Scott der bedeutendste Dichter des Landes.
Aus Anlass der Burns-Night, die in Schottland alljährlich am 25. Januar (dem Geburtstag des Dichters) gefeiert wird, veranstaltet die Kulturkirche erstmals einen Schottland-Abend mit Robert Burns im Zentrum.

Hauptakteur des Abends war Marc Stünkel, der sich nicht nur mit Beltane und anderen Gruppierungen  mit dem irisch-schottischen Raum beschäftigt. Jahrgang 1959, hat er Gitarre im Alter von 5 Jahren vom Vater gelernt. Später kommen Klavier, Geige, Schlagzeug, E-Bass, Dudelsack und Mandoline hinzu und natürlich Gesang (Chorsänger als Bariton seit über 30 Jahren). Sein Musikinteresse gilt vor allem aber dem internationalen Folk und Singer/Songwritern. Seit über 50 Jahren ist er in vielen Bandprojekten in Wilhelmshaven und dem gesamten Küstenraum oder als Solist und stetes Chormitglied aktiv. Durch die Verbindung zur Partnerstadt Dunfermline in Schottland ist Stünkel auf Robert Burns aufmerksam geworden. Diverse Urlaube in Schottland / England mit unzähligen wunderbaren Erlebnissen schlossen sich diesem Kennenlernen an.
Seit über 25 Jahren gestaltet er Burns-Nights und Whisky-Tastings als Musiker mit. An dem Kulturkirchen-Abend wird Marc Stünkel eine Reihe von Liedern, die auf Gedichte von Robert Burns komponiert wurden, vortragen und Erläuterungen dazu geben.
Volker Pirsich, in früheren Jahren vielfach als Leser aufgetreten, las die deutschen Übersetzungen der Gedichte und erweiterte den Abend um den deutschen Schottland-Reisenden des 19. Jahrhunderts, Theodor Fontane (1819 – 1898), dessen „Jenseit des Tweed“, 1860 im Anschluss an eine längere Reise auf die britische Insel erstmals veröffentlicht, in Deutschland eine breite Öffentlichkeit erreichte.
Fontane kannte „seinen“ Burns, übersetzte dessen Texte sowie zahlreiche weitere Beispiele schottischer Dichtung; ein paar Beispiele davon wurden zu Gehör gebracht.


Lesung | Sonntag, 18.1.2026, 17:00 Uhr
Apostel-Johannes-Kirche Altengroden (Gemeindehaus)
Aus der Übersetzerwerkstatt
Dr. Zuzana Finger: Die böhmische Wunderkammer

Eine Veranstaltung zu Ehren des diesjährigen Gastlandes der Frankfurter Buchmesse, Tschechien.

Dr. Zuzana Finger, geboren 1959 in Šaľa (Tschechoslowakei), ist freischaffende Übersetzerin in Wilhelmshaven. Sie übersetzt aus dem Albanischen, Tschechischen, Slowakischen, Slowenischen und Serbischen.

In dieser Lesung (mit Erläuterungen) ging es um Tiere.

Zuzana Finger begann mit zwei Gedichten (Tierchen, Der Vogel) von Michal Ajvaz (* 1949 in Prag) vor, dessen Roman „Die andere Stadt“ jüngst in der VHS Wilhelmshaven vorgestellt wurde. Es folgten die Gedichte „Der Weltuntergang“ und „Der Bär“ von Milan Ohnisko (* 1965 in Brünn),  zuletzt auf Deutsch in der Berliner Zeitschrift Herzattacke Nr. 114, 2025/II erschienen. Es folgte ein Prosagedicht (Die Bärenjagd) von Milena Fucimanová (* 1944 in Prag) vor, das die Übersetzerin zur Veröffentlichung bei der Dresdner Zeitschrift „Ostragehege“ eingereicht hat. Als nächstes folgten zwei Gedichte (Ich kehrte irgendwohin zurück, Der alte Rabe) von Ivan Wernisch (* 1942 in Prag), von dem sie 2025 Jahr den Gedichtband „Der Schrank“ übersetzt hat. Daran schloßen sich Gedichte (Der Kokosaffe, Was denkt eine Fliege und Taubenroulette) von Tomáš Přidal (* 1968 in Brünn) an, dessen Gedichtband „Pontiak“ 2025 in der Übersetzung von Zuzana Finger erschienen ist. Zum Schluss kam Radek Fridrich (* 1968, Tetschen-Bodenbach, Děčín) mit Gedichten aus dem Zyklus „Latwergen“ zu Wort, in denen erklärt wird, mit welchem Tier welche Beschwerden behandelt werden können (Schüttelfrost, Bauchschmerzen, Verstopfung, Wassersucht, Flechte, Rheuma, Biss eines tollwütigen Hundes, Gelbsucht, Krämpfe in den Beinen). Fingers Übersetzungen von Radek Fridrich sind in den Zeitschriften „Sudetenland“ und „Stadtgelichter“ erschienen.


Konzert | Sonntag, 11.1.2026, 17:00 Uhr
St.-Georgs-Kirche Sengwarden
NordBrass

Glanzvolles Blech feiert Premiere – Konzert in der Kirche

Ein musikalisches Ereignis der besonderen Art stand bevor: Ein neu gegründetes Blechbläserquintett, besetzt mit fünf herausragenden Musikern der Region, gab sein allererstes Konzert – und wählte dafür einen ebenso stimmungsvollen wie klanglich idealen Ort: die St.-Georgs-Kirche Sengwarden.

Die Kulturkirche im Stadtnorden begrüßte die junge Evangelisch-Lutherische Nordgemeinde mit einem noch jungen, aber hochkarätig besetzten Bläser-Ensemble: NordBrass.

Was das Publikum erwartete, war kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern eine faszinierende Reise durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte:
Den Auftakt bildete die festliche Battle Suite von Samuel Scheidt, deren kraftvolle Klänge den Kirchenraum eindrucksvoll erfüllte. Romantische Wärme und klangliche Tiefe brachten anschließend eine Originalkomposition von Victor Ewald, einem der bedeutendsten Wegbereiter des Blechbläserquintetts. Mit Musik von Percy Grainger öffnete sich der Blick in die farbenreiche Klangwelt des frühen 20. Jahrhunderts.
Doch damit nicht genug: Mit der Jazz-Nummer Ain’t Misbehavin’ wurde es swingend und überraschend lässig. Spätestens hier zeigte das Ensemble seine stilistische Vielseitigkeit. Den krönenden Abschluss bildete ein Stück von Lady Gaga – ein Beweis dafür, dass auch moderne Popmusik im Blechbläsergewand begeistern kann. Wer sich das nicht vorstellen konnte, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt.